Flüssige Seife zum Händewaschen ist etwas so Selbstverständliches für uns, dass wir uns normalerweise selten Gedanken darüber machen. Wenn man dann aber einmal die Zutatenliste auf einer Packung betrachtet, kann einem die Lust aufs Händewaschen schnell vergehen. Wer sich häufig die Hände wäscht, klagt auch schnell über zu trockene, rissige Haut.

Eine gute Alternative sind rückfettende, gute Naturseifen in Bioqualität. Sie schützen vor übermäßigem Austrocknen, basieren auf Pflanzenöl, verzichten auf tierische Zutaten und künstliche Duftstoffe. Das einzige Problem daran: Gerade beim Händewaschen empfinden viele flüssige Seife aus dem Seifenspender als hygienischer. Geht es Dir auch so? Du möchtest auf Dein Lieblings-Seifenstück aber trotzdem nicht verzichten?

Wer auf sein Lieblings-Seifenstück trotzdem nicht verzichten möchte, hat zwei Möglichkeiten:

1. Flüssigseife aus fester Seife mit wenigen Handgriffen selbst herstellen.

2. Noch einfacher: Feste Seife zu feinen Seifenflocken verarbeiten.

Flüssigseife selber machen – was ist dabei wichtig?

Achtung: Diese flüssige Seife ist sehr pflegend, aber wenn Du eine richtig hygienische und starke Reinigung brauchst (wie zum Beispiel jetzt in Zeiten des Corona-Virus), empfehle ich die Seifenflocken. Da sie unverdünnt sind, haben sie die volle Reinigungswirkung des Seifenstücks. Die flüssige Seife eignet sich dagegen prima für die schnelle Handwäsche zwischendurch, wenn die Hände nicht all zu schmutzig sind oder keine intensive Reinigung nötig ist.

Die Zubereitung selbst ist ganz einfach. Dazu benötigst Du nur ein Stück feste Seife Deiner Wahl, Wasser, bei Bedarf pflegende Zusätze wie Olivenöl, Mandelöl oder Kokosöl und einen Seifenspender.

Es geht wirklich ganz einfach – aber ein paar Dinge musst Du dennoch beachten:

  • Da die selbstgemachte Flüssigseife nicht konserviert wird, ist sie nur sehr begrenzt haltbar. Deshalb macht es Sinn, nur wenig davon herzustellen – gerade soviel, wie man in 2 bis 3 Tagen verbraucht. 250 ml dürften selbst für mehrköpfige Haushalte locker reichen. Wem selbst das noch zu viel ist, der muss die Mengen entsprechend reduzieren.
  • Arbeite zu 100 % hygienisch! Alle Utensilien sollten peinlichst sauber und trocken sein. Der Seifenspender, in den Du die Seife einfüllst, sollte richtig heiß ausgespült oder – falls er das vom Material her aushält – sogar ausgekocht werden. Alternativ kannst Du ihn mit hochprozentigem Alkohol desinfizieren. Er sollte nach dem Einfüllen der Seife dicht verschließbar sein und vor Wärme geschützt werden. Idealerweise nimmst Du einen undurchsichtigen Seifenspender, so wird die Flüssigseife auch vor Licht geschützt. (Auf dem Bild habe ich kleine durchsichtige Behälter verwendet, damit Du den Inhalt sehen kannst.)
  • Seife ist alkalisch und daher basisch. Dadurch wird der ph-Wert der Haut angehoben, was zunächst einmal unproblematisch ist, denn er senkt sich nach einiger Zeit wieder ab. Wenn Du Dir übermäßig häufig die Hände wäschst, solltest Du zwischendurch jedoch auf andere Reinigungsprodukte setzen, sonst wird der Säureschutzmantel der Haut auf Dauer zu sehr beeinträchtigt. Das kann sie möglicherweise anfälliger für Keime oder Ekzeme machen.

Rezept: Zubereitung von 250 ml flüssiger Seife

Wie viele Seifenraspel Du benötigst, hängt unter anderem davon ab, welche Seife Du verwendest. Hier hilft nur Ausprobieren. Bei meiner Seife waren es etwa 25 Gramm Raspeln auf 250 ml Wasser.

1. Rasple von Deiner sauberen, trockenen und unbenutzten Seife mit der Küchenreibe die benötigte Menge an Seife ab. Eine genaue Küchenwaage ist hierbei hilfreich.

2. Gib die Seifenflocken in einen kleinen Topf und füge das Wasser hinzu. Wenn Du sehr hartes Leitungswasser hast, kannst Du stattdessen auch destilliertes Wasser verwenden.

3. Unter ständigen Rühren kurz aufkochen und die Seifenflocken vollständig auflösen.

4. Vom Herd nehmen und abkühlen lassen, bis die Masse fester – gelartig – geworden ist. Wie lange das dauert, variiert sehr stark von Seife zu Seife. Bei meiner Seife dauerte es eine halbe Stunde, es kann aber auch deutlich länger dauern (Je nach Seife und Menge bis zu 24 Stunden). Zwischendurch immer mal wieder kurz durchschlagen, um die Konsistenz zu prüfen. Beim Aufschlagen wird die Masse meistens wieder etwas flüssiger.

5. Wenn das Ganze zu fest und puddingartig geworden ist, etwas kochendes Wasser nachgießen und mit dem Schneebesen gut verrühren. Wenn die Masse zu flüssig ist, weitere Seifenflocken zufügen, alles noch einmal kurz erhitzen und wieder abkühlen lassen.
Hinweis: Die Seife sollte nicht zu sehr verdünnt werden, weil sich dadurch natürlich ihre Reinigungswirkung verringert! Die Konsistenz wird wahrscheinlich ohnehin „schleimiger“ und kompakter als die von gekaufter Flüssigseife sein.

6. Ist die Konsistenz perfekt, kannst Du pflegende Zutaten hinzugeben. Geeignet sind zum Beispiel Oliven-, Mandel- oder Kokosöl, Glycerin oder Honig. Auf 250 ml fertige Flüssigseife genügt 1 TL. Alles noch einmal gut und kräftig unterrühren, damit es sich gut vermischt.

7. In den Seifenspender füllen und gut verschließen.

Noch schneller und einfacher: Seifenflocken zum Händewaschen

Wenn Dir die geringe Haltbarkeit Sorgen macht oder Du eine noch einfachere Lösung suchst, kannst Du auch einfach Deine Lieblings-Seife mit der Küchenreibe in feine Seifenflocken zerreiben und sie pur zum Händewaschen verwenden. Hierbei fehlt die zusätzliche Pflegekomponente, daher solltest Du bei der Wahl Deiner Seife noch genauer hinschauen. Dafür ist das Ganze natürlich unverdünnt und von der Waschleistung her nochmal intensiver.

Zur Herstellung solltest Du wirklich eine feine Reibe verwenden, damit die Flocken beim Händewaschen gut schmelzen. Idealerweise kommt am Ende schon fast eher ein Pulver heraus. Dies füllst Du in eine verschließbare Schale und stellt sie an Dein Waschbecken. Mit einem Löffel kannst Du immer eine kleine Menge Seife entnehmen und in Deine Hand geben. Wenn Du Hautkontakt zwischen Löffel und Händen vermeidest, ist das Ganze eine hygienische Angelegenheit. Sonst kannst Du auch einfach die Schale in eine Hand nehmen und vorsichtig etwas Seifenpulver in die andere Hand schütten.

Ich persönlich empfinde eine gute Naturseife mit Rückfettenden Eigenschaften als viel pflegender als normale Flüssigseife. Sogar meine Nägel haben sich gefreut und kamen mir sofort weniger trocken vor. Selbstverständlich ist gerade die Reaktion der Haut auf Pflege sehr unterschiedlich und individuell. Hier hilft nur: selber ausprobieren!

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