Mandelmilch – gesund und basisch

 In Basische Rezepte

Es ist gar nicht so einfach, komplett auf Milch zu verzichten, denn man braucht sie fĂŒr viele, leckere Rezepte.

In der basischen KĂŒche hat herkömmliche, pasteurisierte oder ultrahocherhitzte tierische Milch allerdings keinen Platz, da sie zu den SĂ€urelieferanten zĂ€hlt. Unbehandelte Rohmilch gilt zwar als leicht basisch, jedoch ist sie im normalen Handel kaum erhĂ€ltlich und ihr Verzehr aus gesundheitlichen GrĂŒnden nicht unbedenklich, weshalb von ihrem Verzehr abgeraten wird. So kann sie unter anderem EHEC-Erreger oder Listerien enthalten.

Soja- und Getreidemilch sind leider keine Alternativen, da beide ebenfalls in die saure Ecke gehören.
Aber es gibt einen Lichtblick: Mandelmilch!

Mandeln wirken basisch und deshalb ist auch Mandelmilch in der basischen KĂŒche erlaubt, sofern keine unnötigen und nicht basischen ZusĂ€tze wie Zucker enthalten sind. Bei gekaufter Mandelmilch ist das aber leider hĂ€ufig der Fall, weshalb ich nur dazu raten kann, Mandelmilch selber zu machen. Das geht schnell und einfach und ist außerdem preiswert. Ein Rezept dazu findest Du weiter unten.

Wie gesund ist Mandelmilch?

Soweit so gut – aber ist Mandelmilch gesund? Ganz unabhĂ€ngig davon, dass sie basisch ist? Denn das allein ist ja nicht alles, worauf es ankommt!

In Mandeln steckt jedenfalls viel Gutes: Vor allem ihr Gehalt an Kalium (835 mg/100 gr) Vitamin E (26 mg/100 gr) und Vitamin B2 ( 0,62 mg/100 gr) kann sich sehen lassen.


Mandelmilch hat darĂŒber hinaus noch ein paar weitere Vorteile:

  • Sie enthĂ€lt keine Laktose wie tierische Milch,
  • kein Gluten wie Getreidemilch und
  • kein Soja wie Sojamilch.

Alle drei Varianten können bei manchen Personen zu UnvertrĂ€glichkeiten fĂŒhren. (Allerdings reagieren auch manche Menschen allergisch auf Mandeln.)

Noch besser vertrÀglich durch Einweichen

Der Verzehr von Mandelmilch ist also von Hause aus fĂŒr viele kein Problem. Sie wird aber noch besser vertrĂ€glich, wenn Du die Mandeln vor der weiteren Verarbeitung einweichst.

  • Enzymhemmer werden abgebaut: Damit aus einem Mandelkern eine neue Pflanze wachsen kann (sie also keimt), werden Enzyme benötigt. Damit die aber nicht zu frĂŒh zu wirken beginnen, sind Enzymhemmer enthalten. Wird die Mandel nun eingeweicht – liegt sie also im Wasser – wird sie aktiviert und der Keimungsprozess eingeleitet. Darum werden die Enzymhemmer nun abgebaut, was nebenbei die Verdaulichkeit der Mandel erhöht.
  • Bessere NĂ€hrstoffbilanz: Ähnlich wie bei keimendem Getreide werden bei der Aktivierung des Mandelkerns Vitamine und Enzyme gebildet.
  • PhytinsĂ€ure wird ausgeschwemmt: Ähnlich wie bei Getreidekörnern und anderen pflanzlichen Samen ist auch in der Mandel PhytinsĂ€ure enthalten. Sie dient der Pflanze als NĂ€hrstoffspeicher.
    Was fĂŒr die Pflanze toll ist, ist fĂŒr uns jedoch nicht ganz so prickelnd: PhytinsĂ€ure kann wichtige NĂ€hrstoffe binden, die wir dann wĂ€hrend er Verdauung nicht mehr aufschließen können. Es besteht zumindest seitens einiger Kritiker der Verdacht, dass dies langfristig zu Mangelerscheinungen fĂŒhren könne, wobei sicher Menge und HĂ€ufigkeit des Verzehrs eine große Rolle spielen. Durch Einweichen kann wohl zumindest ein Teil der PhytinsĂ€ure ausgeschwemmt werden.

Von Hause aus ist Mandelmilch also gesund – und Du kannst mit dem Einweichen laut ErnĂ€hrungsexperten zusĂ€tzlich noch etwas dafĂŒr tun, dass sie noch wertvoller und vertrĂ€glicher ist! Wenn das keine guten Nachrichten fĂŒr alle Basenfans sind!

Nebenbei lĂ€sst sich ĂŒbrigens die braune Haut der Mandeln ganz leicht entfernen, wenn sie eingeweicht sind!

Mandelmilch Rezept

Nachdem wir das alles geklĂ€rt haben, kommt hier wie versprochen mein Rezept fĂŒr Dich. Falls Du noch nie Mandelmilch selbst gemacht hast, brauchst Du keine Panik zu haben. Es kann nichts schiefgehen!

Rezept:

  • 200g SĂŒĂŸmandelkerne (am besten in Bio-QualitĂ€t)
  • Wasser zum Einweichen
  • 1 TL Salz (soll beim Auswaschen der unerwĂŒnschten Stoffe helfen)
  • 1 Liter Wasser zum Mixen
  • 1 Hochleistungsmixer
  • 1 Passiertuch oder 1 Nussbeutel oder  1 dĂŒnnes, engmaschiges Tuch oder notfalls 1 Kaffeefilter aus Papier

 

① Die Mandeln waschen und in ein Glas- oder PorzellangefĂ€ĂŸ geben, das Salz hinzu geben und alles mit frischem Wasser auffĂŒllen.
BehÀlter hygienisch abdecken.
Etwa 8 – 12 Stunden (zum Beispiel ĂŒber Nacht) einweichen lassen.
Ich persönlich bevorzuge die Lagerung im KĂŒhlschrank, schließlich weicht hier ein Lebensmittel ein und quillt vor sich hin.

② Anschließend das Wasser abgießen und die Mandeln mit frischem Wasser spĂŒlen. Wer mag, drĂŒckt jetzt die Mandelkerne aus ihrer Haut – das sollte mĂŒhelos gelingen. Mich stört die Haut bei der Herstellung von Mandelmilch allerdings nicht.

⑱ Danach kommen die Mandelkerne mit etwas warmem Wasser in den Mixer. Wichtig ist, dass der auch wirklich genug Power hat, sonst könnte er beim Zerkleinern der Mandeln Schaden nehmen. Ein Mixer mit zu geringer Leistung wĂŒrde auch zu lange brauchen und zu heiß werden. Und da schon das Wasser warm ist, wĂŒrde sich eine ziemlich hohe Temperatur entwicklen, die weder den NĂ€hrstoffen noch dem Mixer gut bekommen wĂŒrde.

Jetzt heißt es: pĂŒrieren. Nach und nach das restliche Wasser dazu geben, bis eine milchartig-schaumige FlĂŒssigkeit entstanden ist und die Mandeln sehr fein zermahlen sind.

④ Zum Schluß die FlĂŒssigkeit durch das Tuch oder den Nussbeutel in ein sauberes GefĂ€ĂŸ passieren und am Ende gut ausdrĂŒcken, damit keine FlĂŒssigkeit verloren geht. Fertig!

Wenn Du den BehĂ€lter luftdicht verschließt, kannst Du die Milch im KĂŒhlschrank fĂŒr bis zu 4 Tage aufbewahren. Andernfalls solltest Du sie lieber direkt verzehren oder verwenden.

Was Du mit der Mandelmilch Tolles anstellen kannst? Wie wÀre es mit einer basischen, veganen, laktosefreien Schokocreme?

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